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Luda Tushmalishvili

Dann schreibe ich ein Wort.
Der Stift hält nicht an.­

Die Hand bewegt sich, als hätte sie die Entscheidung schon vor mir getroffen. Das Handgelenk schmerzt, doch dieser Schmerz ist kein Signal zum Anhalten – er ist nur ein Beweis dafür, dass tatsächlich etwas geschieht. Die Tinte sickert in das Papier, sie liegt nicht auf der Oberfläche, als würden die Worte nicht geschrieben, sondern hineingetrieben, mit Gewalt, wie eine Nadel in die Haut.
Auszug aus „Eine Stimme, die keine Erlaubnis braucht“ 2025
Einsichten

Dieses Buch ist das Ergebnis eines inneren Prozesses, eines langen Weges der Beobachtung und der Selbstreflexion.

Das Schreiben war für mich von Anfang an ein Prozess, in dem Erfahrungen greifbar werden konnten, die sich oft jenseits des Bewusstseins bewegen. Es ist der Versuch, Emotionen eine Form zu geben, die noch nicht vollständig verstanden sind — Liebe, Angst, Wut und Begehren.

Ich lebe nun seit fünf Jahren in Deutschland. Diese Zeit hat meine Perspektive wesentlich verändert: Die Begegnung mit einer anderen, mir bis dahin weitgehend unbekannten Kultur und das Leben in einer neuen Realität haben meine Wahrnehmung vertieft — sowohl in Bezug auf mich selbst als auch auf die Welt. Gleichzeitig bildet meine georgische Vergangenheit das Fundament meiner Sicht auf die Welt — sie prägt Sprache und Denken, sie leitet durch Erinnerung und bildet eine innere Logik, ohne die diese Texte nicht existieren könnten.

Ich schreibe auf Georgisch, weil es die Sprache ist, in der mein Denken und Fühlen ihre für mich präziseste Form finden. Die Übersetzung in eine andere Sprache ist eine Fortsetzung dieses Prozesses — der Versuch, den Text über seine sprachlichen Grenzen hinauszuführen und ihn in einen neuen kulturellen Kontext zu übertragen.

Parallel zu meinen literarischen Arbeiten spiele ich im Theater. Die Bühne ist für mich ein weiterer Raum der Erforschung: Hier mutiert das Wort zur körperlichen Darstellung, und Emotion wird zur Handlung. Diese Erfahrung spiegelt sich unmittelbar in meinem Schreiben wider, da es in beiden Fällen um das Verstehen und den Ausdruck innerer menschlicher Zustände geht.

„Liebe ist die ultimative Rebellion“ ist mein Debüt und vereint 26 Kurzgeschichten. Jeder Text ist ein Versuch, jene Grenzzustände zu erkunden, in denen der Mensch sich selbst begegnet — in Liebe, Sexualität, Gewalt, Einsamkeit und Verwandlung.

Dieses Buch bietet keine eindeutigen Antworten — es stellt vielmehr Fragen. Was bedeutet es, zu lieben? Wo beginnt und endet die Identität des Menschen? Was bleibt, wenn alles zerfällt?

Das Schreiben dient hier nicht zum Finden von Antworten, sondern zum Verweilen im Prozess — zu einem Raum, in dem Ungewissheit sich in Erkenntnis verwandeln kann.

Illustration von Zaza Tuschmalischvili Tödliche Kombination
Illustration von Zaza Tuschmalischvili Alkohol
Luda mit Buch
Illustration von Zaza Tuschmalischvili Inferno of midnight city
Illustration von Zaza Tuschmalischvili Das leere Herz der Alabaster
Illustration von Zaza Tuschmalischvili Liebe ist ultimative Rebellion

Fotografen: 
Kai Biermann - Schwarz-Weiß-Foto
Norbert Hingst - Schwarz- Weiß-Foto
Jasmin Schuller - Parzival 
Veit Jedamski - DT Schwarz-Weiß-Foto mit Farben
Natascha Zivadinovic - Schwarz-Weiß-Foto
David Baltzer - Grips Theater | Theater an der Parkaue  '' HALT'' / '' Ales Klar '' / '' Geschichten zwinschen uns '' 
Patryk Witt - Jtw Spandau

Buch Titel Luda Tuschmalishvili
Illustration von Zaza Tuschmalischvili Der zerbrochene Speigel
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Zaza Tuschmalischvili

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